Woher Ilsenburg seinen Namen hat
Wenn wir uns bei der Sage nach llsenburgs Ursprung erkundigen, so erzählt diese: Etwa anderthalbtausend Jahre vor unserer Zeitrechnung lebte einmal ein alter König, der hieß llsan oder llsung.
Dieser König hatte sein Wohlgefallen an den Forellen im Flusse, den Hirschen und Rehen und Ebern im Waldgebirge und an den himmelhohen Klippen und Bergen. Deshalb baute er sich oben auf dem Ilsestein eine stattliche Burg und gab der Burg, dem Felsen und dem Fluss seinen Namen. Den haben sie behalten bis auf den heutigen Tag.
Auch seine schöne Tochter, die Prinzessin, hieß nach ihm Ilse. Sie war eine Fee, und die Sage erzählt, dass sie sich morgens, vor Aufgang der Sonne, in dem kühlen, klaren Ilse-Fluss badete. Wer so glücklich ist, sie dabei zu überraschen, den nimmt sie mit sich durch ein unsichtbares Tor in ihr prächtiges Schloss im Ilsestein. Dort sind die Säulen von durchsichtigem Bergkristall, die Wände von gediegenem Gold, der Fußboden aus einem Mosaik von Rubinen und Smaragden und die Kronleuchter von Karfunkeln.
Dort bewirtet sie ihn aufs schönste und entlässt ihn dann huldvoll mit königlichen Geschenken. Aber wie in allen Dingen, die Schwierigkeit steckt hier gerade darin, den rechten Augenblick zu treffen, so hat es seit langer Zeit niemandem gelingen wollen, die schöne Prinzessin einmal zu Gesicht zu bekommen.
Eine alte Sage weiß zu erzählen, dass schon zu einer Zeit, noch ehe je ein menschlicher Fuß das liebliche Tal der Ilse betreten, diese schon als eine gütige Fee in ihrem Reiche, das sich zu beiden Seilen des nach ihr genannten Baches erstreckte, gewaltet hat.







